#012 Max Felder (Synchronsprecher) – Wenn die eigene Stimme das wichtigste Werkzeug ist

Shownotes

Zu dieser Folge habe ich einen Gast eingeladen, dessen Stimme viele von euch garantiert schon einmal gehört haben. Max Felder ist Filmschauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher sowie Synchronsprecher. Euch ist er wahrscheinlich vor allem als deutsche Stimme von Ron Weasley aus Harry Potter, Jacob Black aus Twilight oder Eren Jäger aus dem Anime „Attack on Titan“ bekannt. Fast 700 Sprechrollen sind bisher in seinem Portfolio gelistet. Zudem sprach Max über die Jahre schon vielfältige Werbungen, Kampagnen, Hörbücher/Hörspiele und Dokumentationen. Von großen Film-Produktionen bis hin zu gefeierten Serien und Videogames – Max schafft es, Charakteren Tiefe, Persönlichkeit und Wiedererkennungswert zu verleihen. Und genau darüber wollen wir heute sprechen: über seine Erfahrungen, seinen Weg ins Synchronstudio, und über besondere Momente hinter dem Mikrofon, die wir als Außenstehende normalerweise nicht mitbekommen.


Habt ihr Wünsche, wen ich zu Heldenmomente einladen soll? Dann schreibt mir gerne unter podcast.heldenmomente@gmail.com, oder hinterlasst mir auf Instagram eine Nachricht. Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

https://www.instagram.com/nica_stevens/

https://www.facebook.com/StevensNica/

https://www.tiktok.com/@nicastevens


Sprecher: Elias Emken | Produziert durch Das Hörspielstudio Kreuzberg

Transkript anzeigen

00:00:05:

00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Heldmomente.

00:00:24: Heute habe ich wieder einen ganz besonderen Gast eingeladen, dessen Stimme viele von euch garantiert schon einmal gehört haben.

00:00:31: Max Felder ist Filmschauspieler, Hörbusspiel- und Hörbuchsprecher sowie Sympronsprecher.

00:00:38: Euch ist er wahrscheinlich vor allem als deutsche Stimme von Ron Weasley aus Harry Potter, Jacob Black aus Twilight oder Aaron Jager aus dem Anime Attack on Titan bekannt.

00:00:50: Fast siebenhundert Sprechrollen sind bisher in seinem Portfolio gelistet – zudem sprach Max über die Jahre schon vielfältige Werbungen, Kampagnen, hörbische Hörspiele und Dokumentationen.

00:01:02: Von großen Filmproduktionen bis hin zu gefeierten Serien- und Videogames.

00:01:07: Max schafft es, Charakteren tiefe Persönlichkeit und Wiedererkennungswert zu verleihen.

00:01:13: Und genau darüber wollen wir heute sprechen über seine Erfahrungen seinen Weg ins Synchronstudio und Momente hinter dem Mikrofon die wir als Außenstehende normalerweise nicht mitbekommen.

00:01:30: Lieber Max ich freue mich riesig dass du heute hier bist.

00:01:33: herzlich willkommen bei Heldenmomente!

00:01:36: Ja vielen Dank dir.

00:01:37: hallo hallo schön da zu sein.

00:01:39: Ach, wie schön!

00:01:40: Ich habe mich wirklich sehr über deine Zusage gefreut.

00:01:44: Wir zwei kennen uns ja jetzt schon bojärchen – ich weiß gleich gar nicht, wie viele es sind… aber ich glaube vier oder so bestimmt?

00:01:49: Bestimmt, ja!

00:01:51: Ja, kommt in die Zeit verkehrt viel zu schnell,

00:01:53: ne?!

00:01:53: Sie

00:01:54: rast!

00:01:56: Wie war denn dein Tag heute bisher?

00:01:58: Du gut!

00:01:59: Gut!

00:01:59: Ich bin erstaunlicherweise gestern aus Hamburg nach Berlin fahren können Und weil wir gestern Studio in Hamburg hatten, heute habe ich Studio gehabt in Berlin und hab zwei Projekte gehabt.

00:02:16: So finde alles fein!

00:02:17: Warst du schon wieder fleißig heute?

00:02:19: Ja!

00:02:21: Immer!

00:02:21: Ach, Süd!

00:02:22: Deine Karriere begann ja bereits als Kind in München vor der Kamera.

00:02:27: Das war ja Pünzchen und Anton, da hast Du ja den Anton gespielt.

00:02:31: Wir haben gerede.

00:02:31: als ich neun war und da begann alles.

00:02:35: Als kleines Kind hatte ich schon immer eine Faszination für Filme und dementsprechend auch für Schauspielerei, wobei ich nicht genau wusste das es Schausspielerei sich nennt.

00:02:46: Und wollte unbedingt das Gleiche machen wie die da im Fernseher.

00:02:51: Und hatte das Glück einfach durch ein öffentliches Casting Aufruf zu einem Casting gehen zu können und dort eben an diesem Prozess teilnehmen zu dürfen für Pinktun und Anton Und dieses Casting dann auch nach Monaten des Castings-Wiedercastens, Kombinationscasting mit dem potenziellen Pünktchen und so weiter und sofort tatsächlich die Rolle zu bekommen.

00:03:15: Dann habe ich gedreht... ...und bin ein Jahr später mit zehn eben zum Synchron gekommen!

00:03:24: Also mir wurde von Disney einfach eine Rolle angeboten.

00:03:30: Das war auch ein großer Zufall sag' ich mal.

00:03:33: Der Film, also Pünktchen und Anton lief mir damals sehr gut.

00:03:36: Und ich nehme mal an die haben einen Jungen gesucht der irgendwie spielen kann, der da irgendwie Freude dran hat und sind dann irgendwie auf mich gekommen.

00:03:45: Dann durfte ich den kleinen Tazern in Disney's Tatzern sprechen und dann ging es halt immer weiter und weiter.

00:03:52: Wahnsinn!

00:03:52: Also das hat sich einfach alles so gefügt ne?

00:03:56: ganz kurz zurückspringen.

00:03:57: Du hast praktisch in deine Familie, hast du jetzt niemanden der Schauspieler ist oder so?

00:04:01: Sondern du hast einfach selbst gerne Filme geguckt und hast gesagt ey das möchte ich gern machen!

00:04:06: Ja also ja erstmal nein.

00:04:08: und ja in meiner Familie ist es niemand Schauspieler- oder Synchronsprecher.

00:04:15: Ich hatte da einfach Lust drauf.

00:04:18: Ich habe nicht viele Filme sehen dürfen immer nur... Es war mal was sehr Besonderes und deswegen war's auch für mich eben sowas besonderes Und ich wollte Teil dieses besonderen Etwas sein.

00:04:29: Richtig cool!

00:04:30: Also du warst praktisch als Kind dann nicht schon irgendwie in irgendeiner Casting-Argentur eingetragen, sondern das wurde dann sozusagen ausgeschrieben dass dafür ein Film Kinder besucht werden und darauf hast Du dann gesagt da will ich hin Mama?

00:04:42: Genau gestanden in der Zeitung.

00:04:43: meine Mutter hat die Zeitung gelesen und gesagt guck mal hier gibt es einen Aufruf du willst doch immer wie gesagt ja perfekt ruf an.

00:04:51: tatsächlich hat sie's gemacht wofür ich ihr sehr dankbar bin.

00:04:54: Ja, ja.

00:04:55: Ach wie toll!

00:04:56: Okay dann ging es natürlich gleich zu Disney.

00:04:58: also das ist ja mal ein mega Schritt, ne?

00:05:01: Kannst du dich erinnern, wie du dich so das erste Mal gefühlt hast für so eine Mikrofon und das muss ja auch sehr auf den Punkt kommen, dieses Zinkronensprechen.

00:05:11: Na klar von der Technik her hatte ich gar keine Ahnung.

00:05:13: Ich hatte eine Spielfreude, ich hatte eine Freude mit den Leuten im Studio zusammenzuarbeiten.

00:05:21: Ich hab mir da noch überhaupt über nichts, glaub ich, einen Kopf gemacht.

00:05:23: Und das war wahrscheinlich auch was, was einem geholfen hat so wie Kinder die, weiß nicht vom drei Meter Sprungbrett einfach runterspringen und die erwachsen... Die scheißen sich doch oben ein weil sie einfach nachdenken.

00:05:33: Ja!

00:05:33: Und ich glaube, das habe ich nicht gemacht.

00:05:35: Ich habe einfach Spaß an der Arbeit gehabt und hatte auch einen tollen Regisseur, der mich eben gerade durch dieses erste Projekt, wenn man keine Erfahrung hat, da toll durchgeleitet hat.

00:05:47: Mika, ich hatte irgendwo schon mal in einem Interview von dir gehört.

00:05:51: Dass du wohl... als die dann trotzdem ja wie ein Art Casting gemacht haben, die haben ja schon erst einmal geguckt, wie machst du das?

00:05:57: Dass du da irgendwie so einen Geräusch mitgemacht hast, instinktiv wieder ins Wasser fällt oder keine Ahnung was da war aber dass es das war, was denen auch besonders gefallen hat, dass du dich da so voll rein gedacht hast

00:06:09: und... Ganz, also ja stimmt.

00:06:13: Ich wusste ja nicht was man spricht, was nicht gesprochen wird ob Geräusche Musik, ob das alles schon da ist, ob es noch aufgenommen wird war mir alles nicht klar.

00:06:23: Ein Casting gab's damals nicht.

00:06:25: ich wurde tatsächlich von Disney direkt besetzt und ich habe einfach im Studio intuitiv, instinktiv das mitgemacht was ich halt gesehen habe was dieser kleine animierte Tatsan auch gemacht hat Und hab dazu halt die Geräusche auch mitgemacht, die um ihn rumgeschehen sind.

00:06:44: Also Wasser aufplatschen und Wasser mitgemachten.

00:06:48: Darüber mussten sich die anderen wohl sehr köstlich amisieren weil das nicht so üblich ist dass man das

00:06:55: macht!

00:06:57: Ich kann mir das richtig vorstellen wie du da als kleine Steppke hinter dem Mikrofon voll enthousiastisch und voll dabei mit Freude.

00:07:04: ich kann mir es wirklich richtig vorstellen.

00:07:06: So süß echt... Du bist ja dann trotzdem, ich sag mal mit dieser Rolle kamen ja schon mehr weil die gemerkt haben auch hier der Junge hat es ja echt drauf.

00:07:17: Na dann kamen wir ja schon weitere Synchronrollen und so weiter und sofort und du warst ja noch ein Schulkind.

00:07:23: also wie konntest du das denn dann miteinander vereinbaren?

00:07:29: Es hat irgendwie geklappt!

00:07:30: Ich bin auch etwas begeistert und erstaunt.

00:07:34: Ja, ich habe sehr viel in meiner gesamten Schulaufbahn gearbeitet.

00:07:41: Man musste das natürlich mit der Schule absprechen und schauen, dass ich dem Lernstoff hinterherkomme... ...und jetzt nicht meine Schule vergeige.

00:07:51: Das heißt hier und da musste ich halt mal ein bisschen mehr Zeit investieren von der Freizeit ins Studio.. ..und vom Rest der Freizzeit vielleicht auch noch etwas mehr in die Schule!

00:08:05: Man musste so eine kleine extra Meile gehen, aber ich finde es hat sich gelohnt.

00:08:08: Ja, auf jeden Fall!

00:08:09: Wie fanden so deine Freunde das damals?

00:08:12: Dass du das machst?

00:08:14: Noch teils, teils!

00:08:15: So wie es wahrscheinlich immer ist... Es gibt Leute die finden's toll, es gibt Leute, die finden sie irgendwie blöd oder sind neidisch.

00:08:22: Verstehen Sie

00:08:23: nicht?!

00:08:23: Also es gab alle möglichen Fälle.

00:08:27: Ja okay.

00:08:29: Okay dann war die Schule sozusagen abgeschlossen Und dann hoffe dich sofort klar, das will ich jetzt hauptberuflich machen.

00:08:36: oder hast du schon auch erst mal noch in eine andere Richtung überlegt?

00:08:40: Der Wunsch bzw.

00:08:42: die Überlegung überhaupt dass als Beruf ins Vollzeit-Beruf zu machen kam glaube ich so mit fünfzehntsechzehn zur Zeit als man die Schulpraktiker absolvieren musste und das habe ich tatsächlich auf dem Bau gemacht.

00:09:00: Also jetzt nicht mit Steine schleppen, sondern Heizungstechnik.

00:09:06: Das hat mich mein Vater mitgenommen und das war zwar spannend aber von der künstlerischen Seite hat es mich jetzt nicht so ganz erfüllt.

00:09:15: Und dann dachte ich mir ja gut was kannst du machen in deinem Leben?

00:09:17: Was willst du machen bis ich drauf kam?

00:09:19: Naja ich mache schon etwas was mich sehr glücklich macht, was mir viel Spaß macht womit ich mehr Geld verdienen kann und wenn ich das noch Vollzeit machen kann und endlich diese blöde Schule hier nebenbei ist ist doch eigentlich perfekt.

00:09:30: Und ja, und dann habe ich relativ schnell das quasi zu meinem Beruf einfach gemacht.

00:09:37: Wie toll!

00:09:38: Was war denn für dich so die erste richtig große Rolle?

00:09:43: Tatsang, Disney ist Tatsan definitiv.

00:09:45: Also

00:09:47: normalerweise steigt man im Synchron jetzt nicht mit einer Hauptrolle in einem Disney-Film ein.

00:09:52: Normalerweise hat man erstmal weiß ich nicht viele Jahre lang Menge Masse im Hintergrund gestalten lernen, sich irgendwie versuchen Sachen abzugucken selber irgendwie an seiner Technik fallen bis man wenn man Glück hat irgendwann mal erste Kleinstrollen bekommt wo man dann doch auch mal eigene Sätze sagen darf und so.

00:10:12: Also das war ein sehr sehr ungewöhnlicher Start.

00:10:14: aber ich habe dann auch danach also gerade dieses dieses eine Jahr eben von zehn bis elf hab ich wirklich auch dafür genutzt alles alles zu sprechen was irgendwie kam um weiter Erfahrung zusammen Bis dann eben mit elf oder zwölf dann Seri-Pottercasting kam.

00:10:29: Und das war natürlich auch gut, dass ich bis dahin ein bisschen üben konnte.

00:10:34: Also... Das war auf jeden Fall einen Raketenstart!

00:10:39: Oh ja?

00:10:41: Ja schon Wahnsinn.

00:10:41: aber dein Talent hat halt Ibo zeugt und eigentlich war Pinch non Anton.

00:10:45: Das war so das auslösende Ereignis für dich.

00:10:48: da ging es los.

00:10:49: Es war gar nicht geplant.

00:10:50: Dann war auf einmal diese Ausschreibung durch beworben zack Hauptrolle.

00:10:53: Genau.

00:10:56: Diese Schwelle, wo du rüber musstest und ab da war eigentlich alles bei dir so ein Selbstläufer.

00:11:02: Ja ich meine natürlich im Talent reicht jetzt nicht nur Du musst natürlich auch am Ball bleiben.

00:11:05: Du musst da irgendwie auch weiterhin Spaß dran haben.

00:11:08: es ist ja auch Arbeit.

00:11:09: also Es ist zwar eine wunderschöne Arbeit aber gerade als Kind Möchte man vielleicht manchmal auch noch was anderes machen, zum Beispiel mit den Jungs raus Fußball spielen oder irgendwie sowas.

00:11:19: Da gab es halt durchaus Momente wo's dann auch hieß und die geht heute nicht.

00:11:21: Heute ist Studio haben wir ausgemacht musste hin so das war auch immer gut.

00:11:26: aber ähm Aber ja

00:11:30: Wie lange geht denn immer so ein Tag im Studio?

00:11:33: Kann man nicht sagen Das ist mal so mal so.

00:11:36: Es gibt Tage da bin ich zehn Minuten im studio.

00:11:39: es gibt tage da bin Ich acht stunden im studio.

00:11:41: Es gibt Tage, da arbeite ich gar nicht.

00:11:43: Es gibt Tage der Arbeit von neun bis null.

00:11:47: Kann man nicht sagen?

00:11:48: Ist es ein freiberuflicher Künstlerjob?

00:11:55: Kannste nicht sagen, gibt keine geregelten Arbeitszeiten!

00:11:57: Ja... Da musst du dich ja auch wirklich immer auf deine Stimme verlassen.

00:12:02: Machst Du was Spezielles um Deine Stimme zu schonen?

00:12:05: jetzt gerade in der Freizeit wenn Du zum Beispiel weißt so wogen.

00:12:08: Wichtiger Job Keine Ahnung, trinkst du ständig Tee dann am Vortag?

00:12:16: Tatsächlich achte ich überhaupt nicht auf meine Stimme.

00:12:20: Das liegt aber glaube ich daran dass ich jeden Tag mit der Stimme arbeite und die Stimme ja auch ein Muskel ist und dieser Muskel halt dementsprechend trainiert.

00:12:27: ist das meine Stimmung glaube ich relativ gut belastbar ist.

00:12:31: wenn ich jetzt weiß ich habe beim nächsten Tagen einen wichtigen oder großen Auftrag oder ich muss viel schreien oder sonst was allgemein überhaupt Ich hab Arbeit Ja dann gehe ich natürlich jetzt nicht auf ein Festival und schrei mir die Seele aus dem Leib bei jedem Song mit, weil dann weiß ich gut könnte schwierig werden.

00:12:47: Aber so an sich würde ich sagen bin ich stimmlich gut belastbar.

00:12:52: Sehr schön!

00:12:53: Hört das ja manchmal so bei Singern?

00:12:54: Dass sie dann immer vorher noch eine Tasse Tee trinken oder deswegen hätte er sein können dass es bei dir genau so ist.

00:13:03: Okay nochmal kurz zurück zu Harry Potter.

00:13:06: hast du dich direkt Gleich auf die Rolle von Ron beworben?

00:13:10: Also im Synchron bewirbt man sie nicht selber, höchstens am Anfang mal wenn man sich für den Job überhaupt bewirb.

00:13:15: Aber sobald du dir so ein bisschen einen Namen gemacht hast... ...im Synchron und die Leute dich kennen melden die sich!

00:13:23: Und rufen dich quasi an.

00:13:25: Das ist sehr angenehm.

00:13:26: Du hast die Aufnahmeleiter die überlegen okay wer passt auf das Projekt?

00:13:29: in Absprache mit dem Regisseur In Absprachel mit dem Kunden also wer jetzt auch immer Warner Disney wie auch immer?

00:13:35: und dann wird überlegt macht man Casting, macht man eine Direktbesetzung.

00:13:40: Und bei Harry Potter gab es natürlichen Castings.

00:13:42: klar das Projekt war so riesig und hat über so viele Jahre sich erstreckt da kann man nicht einfach ins Blaue hinein besetzen.

00:13:50: Da gab's natürlich ein Castingprozess und ich habe diverse Castingrollen auch durchlaufen angefangen mit Neville über Malfoy bis zu Ron eben und da bin ich geblieben zum Glück!

00:14:03: Fast auch super finde ich.

00:14:06: Das war ja dann auch gerade so, nachdem dieser Erfolg für den Film da war, war er dann auch so extreme Geheimhaltung angesagt bei weiteren Folgen.

00:14:15: Da durfte ihr nichts nach außen trinken und...

00:14:18: Ja es war sowieso Geheimhaltung.

00:14:20: also irgendwie gut.

00:14:22: wir hätten aber auch nichts groß erzählen können weil wir nicht alles gesehen haben.

00:14:27: die Filme waren teilweise noch nicht fertig animiert.

00:14:30: Wir hatten großen Kopierschutz mit Wasserzeichen, mit Symbolen drin.

00:14:35: Mit Schriften und allem Mögliche.

00:14:38: Das Bild war jetzt nicht so wie im Kino.

00:14:40: Ja, ja... krass!

00:14:43: Echt?

00:14:45: Wie bereitest du dich auf eine Zinkron-Rolle vor?

00:14:49: Einer von uns kann sich auf irgendeine Rolle vorbereiten, weil eben Geheimhaltung.

00:14:52: Wir erfahren seltenst im Vorfeld was wir sprechen sondern willkommen halt ins Studio sehen da das erste mal das Material wissen.

00:14:58: welche Figur sprechen wir?

00:14:59: um welches Projekt handelt es sich?

00:15:01: Es wird oft mit Decknamen für die Projekte gearbeitet und insofern kannst du dich im Vorbild nicht vorbereiten.

00:15:08: wenn jetzt ein ganz großes Projekt ansteht Flucht der Karibik oder irgendwas so etwas in die Richtung dann spricht man schonmal drüber.

00:15:15: Dann kann man sich vielleicht auch im Vorfield mal den Film ansehen.

00:15:17: Also ich spreche jetzt von der Größenordnung, Flucht der Karriere ist ja Hollywood-Dinger.

00:15:22: Kann man sich vielleicht den Film auch vorher mal im Studio eigenen Fernsehraum nenne ich es jetzt mal, den Filmen unter krassen Bedingungen einfach angucken?

00:15:33: Geheimhalte Bedingung und dann weißt du zumindest okay was kommt auf mich zu wenn's meine Rolle ist die ganz speziell anspruchsvoll ist weil der vielleicht eine geistige Behinderung hat oder weil... Was auch immer Multiple Persönlichkeiten, irgendwie sowas.

00:15:51: Dass du ein bisschen weißt okay auf was lasse ich mich ein?

00:15:53: Die Vorbereitungszeit ist dann trotzdem gennull aber dass du zumindest Geschmack hast ok wohin bewegen wir uns?

00:16:02: Attack on Titan war zum Beispiel auch so'n Ding durfte Ich oder sollte ich mir im Vorfeld angucken damit ich weiß OK welche... Was für einen Ausmaß an Geschreie und Schlachtenepos ist das?

00:16:12: Dass man auch weiß hat man darauf Bock?

00:16:13: überhaupt gibt ja auch viele die sagen nee da bin ich bei sowas raus

00:16:17: Du bist ja ständig am Schreien, ne?

00:16:18: Ja.

00:16:20: Und insofern... Also wie gesagt Vorbereitungszeit gibt's nicht ganz selten nur und wenn dann eigentlich auch nicht!

00:16:28: Okay ich stell mir das halt so als Gratwanderung vor.

00:16:31: Wenn du diesen Schauspieler siehst musst du den jetzt sehr nachahmen oder kannst du schon auch das so interpretieren wie du das jetzt gerade für die Rolle siehst?

00:16:41: weißt du da so diesen Weg zu finden dass es dann passt?

00:16:45: Das ist

00:16:47: eine Teamarbeit.

00:16:48: Der Regisseur hat ja irgendwie ein Bild im Kopf, wie dieser Film im Deutschen werden soll so wie der Original-Regisseur auch ein Bild in dem Kopf hat, wie sein Film werden soll.

00:16:59: das heißt du musst dich mit ihm natürlich abstimmen.

00:17:01: Du siehst es original versuchst dem natürlich so nah wie möglich zu kommen.

00:17:05: aber natürlich ist auch eine gewisse Interpretation dabei sonst wären wir einfach nur Simpler Nachahmer, aber wir interpretieren und spielen natürlich auch ein bisschen auf unsere eigene Art und Weise.

00:17:18: Also jede Figur kriegt ja immer ein bisschen das Persönliches von einem mit.

00:17:21: Dementsprechend ist es eine Abstimmung quasi vom Dir, dem Originalschauspieler und dem Regisseur.

00:17:32: Und du hast ja, also ich weiß es jetzt nur vom Hörspiel.

00:17:35: Ich weiß nicht ob's auch das Synchronsprechen betrifft.

00:17:39: Du hast sie ja auch schon auf der anderen Seite gesessen und sozusagen Regie geführt.

00:17:44: War das

00:17:45: auch im Synchroensprechen oder jetzt in mehr Hörbuch?

00:17:48: Nee da, HörSpielhörBuch habe ich regietechnisch noch nie was gemacht.

00:17:52: Ich hab vor vielen Jahren angefangen Bücher zu schreiben für Synchronen, also die Synkronen-Dialogbücher um in die Regie zu kommen.

00:18:00: Das war ein Ziel, das wollte ich unbedingt auch machen.

00:18:03: Wollte die andere Seite kennenlernen und ja da ist der Weg normalerweise eben erstmal Bücher schreiben damit du überhaupt weißt wie synchron Wie das Texten, wie das funktioniert?

00:18:14: Die Technik so zu formulieren dass es auf den Lippen funktioniert, dass es gut aussieht.

00:18:19: Und dementsprechend habe ich erst mal ein paar Jahre lang nur geschrieben Bücher für andere als Ghostwriter dann irgendwann auch offiziell als Autor Und irgendwann durfte ich dann auch mal selber auf den Stuhl.

00:18:30: Und dann habe ich Regie geführt.

00:18:33: und jetzt mache ich das seit,

00:18:34: ach keine Ahnung,

00:18:36: wahrscheinlich seit zehn, zwölf Jahren oder so.

00:18:41: Ich weiß es nicht irgendwie so, dass ich immer wieder zwischen drin Regie führe.

00:18:46: Kannst du sagen ob dir das eine und andere mehr Spaß macht?

00:18:49: Oder hält sich das zu die Barge?

00:18:51: Nee, ich mag, sie ist entsprechend schöner!

00:18:53: Die dramaturgische... Leitung so eines Werkes ist eine feine Sache und natürlich auch mit einer ehrenvolle Geschichte, aber ich spreche lieber selber.

00:19:08: Oft sitze ich dann in der Regie und habe eine gewisse Vorstellung und würde diese Vorstellung am liebsten einfach selber direkt sprechen.

00:19:17: Aber ja... Ich weiß nicht!

00:19:20: Also ich finde, die Regie ist ne sehr schöne Abwechslung und es macht viel Spaß, aber lieber stehe ich selber vor Mikro und Spiele.

00:19:28: Ich hab dich ja schon mal live erleben dürfen, als ich mal so bei Hörspielaufnahmen dabei war.

00:19:33: Und da habe ich das eben auch so professionell empfunden.

00:19:37: Da war zum Beispiel diese eine Szene... ...da musstest du auch einen verzweifelten Schrei rauslassen!

00:19:44: Das finde ich ja erst schon einmal eine Herausforderung wenn da wirklich Leute sitzen und zugucken.

00:19:49: Da wirklich dann voll rein zu gehen, dass da keine Hemmungen da sind.

00:19:53: Das hat ihm auch schon gezeigt wie viel Erfahrung du hast.

00:19:56: Und dann erinnere ich mich auch noch, dass du dann zum Tontechniker und zur Regie gesagt hast.

00:20:00: Am besten, ihr dreht jetzt mal so ein Sohne runter.

00:20:02: Ich gehe einen Schritt zurück... Also das hat eben gezeigt!

00:20:05: Du weißt einfach was du da machst.

00:20:07: Und dann hast du da einen Schrei los gelassen.

00:20:09: Wenn ich dran denke habe, hab' ich jetzt noch Gänsehaut.

00:20:11: Das hat mich super eindruckt.

00:20:13: Und das hat mir schon gezeigt okay, du hast nicht nur Ahnung auf der Seite, sondern auch auf der anderen.

00:20:21: Ja, über die Jahre eigt man sich dann doch ein wenig Wissen an und das ist immer schön.

00:20:24: Ich meine ich bin bei Weitere bin ich jetzt kein würde ich mich nicht mit dem ausgebildeten Cutter auf eine Ebenesetz stellen oder mit einem Tonmeister oder sowas.

00:20:34: aber so ein bisschen was kriegt man dann doch mit und weiß so ein paar Basics.

00:20:38: Das ist schon mal ganz gut weil man den anderen Gewerken auch zuarbeiten kann Und auch weiß selber okay auf was kommt es an?

00:20:45: Auch gerade als Sprecher in die Regie zu gehen ist wahnsinnig dankbar, weil du weißt wie sich der Sprechner fühlt was für den Sprechter wichtig ist.

00:20:51: Wie man da arbeitet und dann eben das Arbeitsklima allen relativ angenehm gestalten kannst.

00:20:58: Ja ich stelle mir das halt in der Regie schwierig vor.

00:21:02: wenn du vielleicht mal einen Sprechen hast ja noch nicht so erfahren isst So jetzt musst Du ja aus dem Raus kitzeln.

00:21:09: Ja, dass er da hundert Prozent gibt.

00:21:12: Dass das passt und wie bringst du ihm das aber bei?

00:21:15: Wenn es dann eben schon die zehnte Wiederholung ist, die du vielleicht von ihm haben willst.

00:21:18: Also du brauchst ja dann schon auch Empathie!

00:21:20: Gewalt- und Peitschenhebe.

00:21:23: Nein natürlich musst du halt... Du musst auf den Menschen eingehen.

00:21:26: Du musst ein Feingefühl, jeder Sprecher ist auch anders.

00:21:30: Die Menschen sind ja unterschiedlich.

00:21:31: Das heißt du musst für jeden irgendwie einen Gespür entwickeln.

00:21:34: was braucht dieser Mensch um sich wohl zu fühlen im Studio?

00:21:38: Und ist das jetzt zum Beispiel eine ältere Person, die vielleicht nicht mehr ganz so schnell sprechen kann?

00:21:42: Dann musst du halt die Texte umformulieren.

00:21:44: So dass der das besser sprechen kann, besser reinkriegt in der Zeit.

00:21:50: Ist es jemand... Also auf jeden muss da irgendwie eingehen.

00:21:53: und klar wenn du jetzt jemanden hast, der noch nicht so routiniert ist dann musst du den halt an der Hand nehmen.

00:21:58: So wie ich damals auch an der hand genommen wurde.

00:22:00: Das dauert halt manchmal lange länger Und manchmal führt es vielleicht trotzdem nicht zu dem gewünschten Ergebnis.

00:22:08: So zu hundert Prozent, aber dann muss man sich halt damit auch irgendwie zufrieden geben.

00:22:12: Weil du kannst jetzt auch nicht einen Menschen irgendwie hundertmal ein Take machen lassen wenn du merkst okay der ist halt noch nicht so weit.

00:22:19: Aber deswegen werden halt Leute die jetzt noch nicht erfahren sind und nicht auf Hauptrollen besetzt in der Regel sondern eben eher auf kleinere Rollen wo's im Gesamtwerk auch nicht ganz auffällt wenn mal einer ein bisschen schwächer ist.

00:22:35: Aber die Leute müssen ja irgendwie eine Chance bekommen, man muss sich ja irgendwie hocharbeiten können und es muss auch irgendwo die Zeit da sein und es muß erlaubt sein Fehler zu machen und anfangs noch nicht so gut zu sein damit man sich entwickeln kann.

00:22:49: Ja ich würde zumindest mal kurz auch mit dir das Thema KI anschneiden.

00:22:55: Das ist ja gerade bei euch im Berufsfeld Auch mit einem riesen Thema.

00:22:59: Das geht ja uns Autoren schon so, dass wir uns teilweise Sorgen machen.

00:23:03: aber bei euch ist das finde ich noch mal krasser.

00:23:08: Sag mal was dazu?

00:23:10: Ja super KI ganz toll!

00:23:15: Alle glauben immer, dass die Synchronsprecher gegen KI wettern ganz generell das stimmt nicht.

00:23:21: Ich finde KI ist im Grunde eine feine Sache, auch was uns bestimmt irgendwie irgendwo nützlich ist und sein wird in der Zukunft und noch viele Gebiete uns erschließen wird vieles vereinfachen wird aber es wird halt einfach missbraucht beziehungsweise eben die Möglichkeit damit Kunst zu betreiben in Anführungszeichen Kunst wird leider auch genutzt.

00:23:46: und das ist halt das Problem dass du Dass, dass wir Sprecher oder Autoren oder Sänger oder Musikkomponisten oder was auch immer Leute die in der Kunst arbeiten.

00:23:58: In der Kunstbranche ihrer Werke beraubt werden.

00:24:02: also Da müsste man so tief jetzt einsteigen da müsste man eigene Podcasts zu machen.

00:24:06: KI ist ja nichts anderes als eine als eine Krake Die halt klaut.

00:24:10: Man spricht immer vom vom KI Training Dass eine KI trainiert wird, dass es nichts anderes als das in die KI so viel wie möglich an Material geschmissen wird was es halt schon gibt.

00:24:20: Um... ...dass die KI letzten Endes das verwurstet und dann das nachmachen kann!

00:24:26: Das ist KI-Training, Clown also ist nichts anderes aus Diebstahl.

00:24:30: Und das ist halt super super schade finde ich In jeglichem Bereich wenn einfach die Arbeit von Menschen die über Jahre Jahrzehnte irgendwie sich Skills angeeignet haben einfach ihre Arbeit behaupt werden und dann eventuell sogar ausgetauscht werden.

00:24:44: Das ist jetzt mal das Technische, was den Rest angeht vom menschlichen, von künstlerischen Aspekt, vom emotionalen, vom ganzen Mensch sein brauchen wir gar nicht sprechen finde ich es eine absolute Katastrophe.

00:24:58: also ja wie gesagt könnte man jetzt einen Riesenfass aufmachen könnten bei ewig lang drüber sprechen.

00:25:06: Ich hoffe dass das einfach Dass die Politik, dass der Gesetzgeber, dass die Konsumenten, also der Mensch zu Hause vom Fernseher nach wie vor

00:25:16: auf

00:25:17: Kunst von Fürmenschen baut und nicht auf Retortenkomputer-Diebstahl neu verwurstet versucht menschlich zu klingen ausgespuckt.

00:25:28: Und fertig!

00:25:30: Darauf hoffe ich einfach.

00:25:31: Ja.

00:25:32: Ich auch.

00:25:32: Es kommt dann letztlich auf die Endverbraucher drauf an Und natürlich in eurem Fall dann auch auf die Schauspieler.

00:25:39: Wie wichtig denen es bleibt, dass da ja noch Menschen mit dran sitzen gerade was sie im Kron angeht.

00:25:46: Ja das

00:25:47: werden wir sehen.

00:25:47: Zum Beispiel zur Messe war oft so das Gespräch.

00:25:51: ich quatsche das aber nur nach ne?

00:25:52: Ich habe keine Ahnung wie viel Wahrheitsgehalt dahinter steckt dass wo jetzt auch schon die ersten Schauspieler anfangen würden ihre Stimme zu verkaufen, damit sie praktisch dann mit KI in verschiedenen Sprachen übersetzt werden kann.

00:26:08: Ich sag okay, mit Emotionen wird da nicht mehr viel vorhandensein in den Stimmen, ne?

00:26:13: Die dann KI spricht.

00:26:15: aber hast du das auch schon gehört?

00:26:16: ist es so?

00:26:17: Naja natürlich gibt es Leute, die ihre Stimme verkaufen wollen würden oder beziehungsweise Leute die Schauspieler im Gespräch für so was waren, Produzenten die sich sowas wünschen würden gibt alles Mögliche.

00:26:31: Noch sind wir nicht an dem Punkt dass Emotionen eben dementsprechend wie wir es als Menschen und Schauspieler jetzt eben produzieren können.

00:26:41: noch können die KI's das nicht aber das wird nicht lange dauern.

00:26:43: dann sind sie da deutlich besser.

00:26:45: also nicht besser als wir aber besser als Jetzt und werden das auch besser imitieren können.

00:26:51: Das ist nur eine Frage der Zeitdechne denke ich.

00:26:55: Wie gesagt, da appelliere ich halt auch irgendwie an den Mensch.

00:26:59: An sich, dass er sich nicht das menschliche nehmen lässt.

00:27:02: Richtig!

00:27:03: Genau... Wir können nur hoffen, ne?

00:27:07: Ja!

00:27:08: Ja, mal gucken.

00:27:09: Ich lasse mir trotzdem die Freude nicht am Schauspiel nehmen.

00:27:12: Nein,

00:27:12: nein, nein.

00:27:13: Ich denke so wird's aber auch sein.

00:27:15: vielleicht ist es mal kurz dann auch, ähm ich sag mal so eine Mode und dann merken die Menschen aber schon ach irgendwie fehlt was.

00:27:23: Ich hoffe ja.

00:27:23: Also das

00:27:24: denke ich schon.

00:27:25: doch Ich glaube, ich kann es fest dran.

00:27:27: Vielleicht sind wir irgendwann wie Schallplatten?

00:27:29: So das ist eine gute... Das ist eigentlich die bessere Qualität als MP-III.

00:27:33: Ist ein bisschen aufwendiger, ist vielleicht auch ein bisschen teurer aber einfach geiler!

00:27:37: Einfach schöner, einfach besser.

00:27:39: Richtig!

00:27:39: Mal gucken wer weiß wo die Reise hingeht.

00:27:42: Ich denke am Ende wird wirklich die Qualität überzeugen,

00:27:45: dass sie dazukommen.

00:27:47: Ich hoffe

00:27:47: ja.

00:27:49: Hast du denn auch manchmal so Fankontakt?

00:27:53: also Ja, okay.

00:27:56: Uns Autoren jetzt zum Beispiel bei uns ist dann auf den Messen wenn wir mal so ein Vitam oder Signierstunden und Lesungen dass wir da mal in Fan-Kontakt kommen.

00:28:06: wie ist das jetzt bei euch Synchronsprecher?

00:28:09: Naja also es gibt ja diverseste Synchron-Conventions oder allgemein Conventions wo auch seit vielen Jahren immer mehr Synchroensprecher eingeladen werden.

00:28:21: der Wunsch nach Synchronsprechern immer größer wird von den Gästen.

00:28:25: Und da kommen wir natürlich in Kontakt mit unseren Fans oder auch mit Kritikern, kann es ja auch sein!

00:28:32: Da hat man natürlich Berührungspunkte über Social Media natürlich, TikTok und Instagram.

00:28:38: Man hat täglich einen gewissen Austausch und seltener auf der Straße aber auch manchmal da.

00:28:48: Okay, hattest du da schon mal eine skurrile Begegnung?

00:28:51: Es gorilen nicht.

00:28:53: Schöne, schöne Begegnungen!

00:28:54: Die schönste oder eine der vielleicht skorilsten war morgens beim Bäcker.

00:28:59: aber ich war gerade auf dem Weg, wird es sicherweise zu einer Convention und ein Mädel hat irgendwie stand draußen und hat nur gehört wie ich drinnen was bestellt habe und hat dann auf mich gewartet meinte ich hab nur grad sind sie nicht und so.

00:29:10: und dann dachte ich wow gute Ohren für acht Uhr morgens.

00:29:19: Du bist ja sehr vielfältig, also du machst jetzt nicht nur dieses Synchronen sprechen.

00:29:23: Ich glaube Schauspielern tust du jetzt heutzutage nicht mehr so, weil du dich im Voll jetzt aufnett dieses Synkronen eingelassen hast.

00:29:29: oder bin ich gestärzt falsch?

00:29:31: Nö!

00:29:32: Ich habe das letzte Mal zum Jahrzehnten gedreht und würde gerne wieder mehr drehen oder überhaupt mal wieder drehen.

00:29:37: aber wie du richtig sagst, das Synkrone ist natürlich sehr vereinnahmend und zeitlich musste natürlich auch flexibel sein und bleiben.

00:29:48: Daher hat das Schauspieler ein wenig darunter gelitten, aber dafür konnte das Synchronen florieren.

00:29:54: Und wachsen und wachsen... Genau!

00:29:58: Und dembei machst du ja auch noch, wie sagt man?

00:30:01: Das Produzent oder magst du es dann mal was drüber

00:30:06: erzählen?

00:30:07: Im Volksmund würde man's als Influencer schimpfen, wobei ich mich so nicht sehe.

00:30:10: Aber ich hab einfach Spaß daran wenn ich Themen irgendwie habe, die mich interessieren oder über die ich irgendwie einen Art, ich nenne es jetzt mal vorsichtig Beitrag machen möchte den in der Social Media Plattform halt zu verwursten und dann eben auf TikTok oder Instagram oder beiden Kanälen zu präsentieren.

00:30:28: Hin und wieder ist da auch eine Kooperation dabei und ja manchmal hat sich in der Coronazeit so ergeben Streaming bei Twitch.

00:30:35: aber wie gesagt das ist eher ein Nebenschauplatz der zwar sehr viel Spaß macht.

00:30:42: meine Hauptaufgabe, mein Hauptaugenmerk ist und bleibt natürlich die künstlerische Arbeit im Studio.

00:30:48: Ja ja du bist ja für viele ein Vorbild was das angeht.

00:30:53: hast Du den selbst auch Vorbilder oder Mentoren?

00:30:58: Also Vorbild auf jeden Fall.

00:31:00: wer kein Vorbild hat da stimmt irgendwas nicht finde ich.

00:31:04: Natürlich habe ich Vorbild.

00:31:05: eigentlich sind die Vorbild dann auch meine Mentoren ohne dass sie es wissen.

00:31:10: Das

00:31:10: sind dann eher so in persönlichen Gesprächen, in Momenten.

00:31:15: Sei es das man zum Beispiel auf einer Convention ist wo man doch auch viel Freizeit manchmal hat und mit den Leuten eben unter einem Dach ist oder im Studio wenn man zusammen arbeitet dass man sich viel ins Geheim versucht abzuschauen zu lernen.

00:31:29: Doch doch klar!

00:31:32: Gab es schon mal eine bestimmte Situation ja wo du am liebsten hinten geschmissen hättest?

00:31:39: Im Synchron

00:31:41: Ja.

00:31:43: Also jetzt nicht den Beruf an sich, also nicht den ganzen Beruf!

00:31:49: Aber natürlich gibt es auch Projekte zum Glück selten so schlimm dass man sagt ich habe keinen Bock mehr.

00:31:55: aber es gab auch mal das ein oder andere Projekt in dem ich in Anführungszeichen gefangen war und mir dachte hätte ich nicht annehmen sollen hätte ich's gewusst vorher oder mir gedacht habe, okay zum Staffelende steig ich einfach aus.

00:32:10: Ich hab keine Lust

00:32:10: mehr.".

00:32:12: So was kann passieren?

00:32:14: Wie gesagt wir wissen ja nicht welche Jobs wir jetzt am nächsten Tag bearbeiten werden und man kann nicht nur Traumrollen sprechen und nicht nur Hauptrollen.

00:32:27: Man spricht halt alles möglich und da ist auch mal vielleicht eine Rolle dabei die einem halt nicht so liegt oder nicht so viel Spaß macht ... halt voll scheiße ist.

00:32:34: Okay...

00:32:35: Hann, halt mal passieren!

00:32:36: Also wie in jedem Beruf kannst ja nicht nur dir die Rosinen rauspicken.

00:32:40: Ja?

00:32:41: Ja klar aber wenn das dann der Serie ist, dann kannst du ja nicht irgendwann sagen also die nächste Staffel könnt ihr jetzt alleine machen, ich hab keinen Bock mehr, ne?

00:32:47: Ja

00:32:47: doch kann man schon machen.

00:32:50: Kann man

00:32:50: schon...?

00:32:50: Die Figur ist ja mit einer Stimme verbunden und es hält ja dann auf.

00:32:54: Nein deswegen habe ich sie auch weiter gemacht.

00:32:56: Ich habe dann erst aufgehört als der Schauspieler auch aufgehärt hat was für mich ein... ziemlich erfreudentag war.

00:33:02: Aber tatsächlich liegt es dann auch eher, dass man sagt die Rolle findet man absolut kacke liegt dann eher daran das der Schauspieler halt wahrscheinlich dann auch nicht gut ist.

00:33:10: also dass man nicht immer sich selber spielt, sondern Rollen, ich finde ja spannende Rollen zu spielen die möglichst weit weg von mir selber sind.

00:33:17: Also die gar nichts mit mir als Mensch zu tun haben, find ich am spannendsten.

00:33:23: Sondern es ist eher ärgerlich wenn der Schauspieler schlecht spielt oder wenn irgendwie die Texte nicht gut sind oder man einen wahnsinnigen Zeitdruck hat und so.

00:33:33: das sind eher äußere Faktoren, die dann die Arbeit unschön werden lassen.

00:33:38: aber ansonsten gehe ich auf jede Rolle auf jeden Charakter so zu, als ob es eine Hauptrolle ist.

00:33:43: Als ob's Kino ist und versuch mein Bestes zu geben.

00:33:47: Und auch wenn ich die Rolle scheiße finde, dann gebe ich meinen Bestes!

00:33:50: Ja das ist klar... Aber es ist ja wirklich so gerade als Hörer oder Zuschauer du gewöhnst dich ja an diese Stimme also grad bei bekannten Schauspielern und wenn dann zum Beispiel dazu ein Grundsprecher verstirbt und der wird ersetzt

00:34:04: Das

00:34:05: stört einen.

00:34:05: Also man merkt dass jetzt ne andere Stimme Und obwohl der Schauspieler ja gleich agiert, aber die Stimme ist eine andere.

00:34:12: Eine andere, die man gewohnt ist und das stört

00:34:15: finde ich... Ja klar!

00:34:16: Das ist natürlich immer ein sehr tragischer Fall wenn ein Sprecher ausgetauscht wird oder ausgetaucht werden muss im Falle eines Versterbens zum Beispiel eben.

00:34:29: Aber es muss ja auch irgendwie weitergehen und es ist erstmal schwierig sich an die neue Stimme zu gewöhnen.

00:34:38: Im Idealfall klappt es irgendwann, aber ich verstehe das total.

00:34:41: Ich verstehe total dass das erstmal irgendwie einen gewissen Bruch darstellt.

00:34:45: Ja ja Kann man sich direkt zum Synchronsprecher oder Synchronensprecherin ausbilden lassen?

00:34:55: Nee Eigentlich nicht.

00:34:57: Es gibt Workshops die darauf abzielen Aber auch die setzen eigentlich voraus Dass du im ideal Fall was mit Schauspiel zu tun hast Oder zumindest etwas mit einer Schauspiel Ausbildung dass du eine Schauspiel-Ausbildung hinter dir hast.

00:35:13: Denn wir sind ja nicht Sprecher, wir sind Ja-Schauspieler!

00:35:16: Wir sind halt Synchronschauspieler die halt mit ihrer Stimme spielen.

00:35:19: also uns fehlt ja das ganze Medium Körper dieses ganze Ausdrucksmittel Körper fehlt uns ja.

00:35:24: das heißt wir müssen eigentlich wie soll ich sagen noch gezielter spielen können weil wir halt nur unsere Stimme haben und mit unserer Stimme Emotionen erstellen müssen die Du eben über den Körper beim Gesichtsausdruck übertränen oder sonst was auch darstellen kannst.

00:35:40: So und wir haben halt nur unsere Stimme, das heißt du solltest auf jeden Fall was mit Schauspiel zu tun gehabt haben.

00:35:47: wie gesagt sei es dass Du Theater gespielt hast oder eine Schauspelausbildung gemacht hast Und dann kann man natürlich nochmal gezielt da in die Richtung Synchronen gehen zum Beispiel Workshops belegen.

00:35:57: Oder man sagt man ist so talentiert Man probiert's einfach so, man ist überzeugt von sich und das klappt Kann man auch versuchen Ja oder halt.

00:36:05: wie gesagt als Kind Als kind kannst ja jetzt nicht so viele Vorerfahrungen gesammelt haben und da einfach viel Freude mitbringen, viel Spielfreude für Neues auch zu lernen.

00:36:17: Und ein dickes Fell!

00:36:19: Das war für dich optimal, dass du da wirklich reingewachsen bist?

00:36:22: Ich werde auch so drin gelandet, das weiß ich.

00:36:27: Aber natürlich war es sehr schön, dass es diese glückliche Fügung gab.

00:36:32: Wenn du sagst, dickes Fall was genau meinst du?

00:36:36: Als Künstler erfährt man ja doch sehr viel Ablehnung auch und Zurückweisungen, die gerade bei Castings zum Beispiel wenn du eine Rolle nicht kriegst als Schauspieler oder sowas.

00:36:45: Aber auch als Sprecher, dass du das halt nicht persönlich nimmst.

00:36:48: Man nimmt es immer irgendwo trotzdem persönlich, auch wenn man's nicht will weil so was irgendwie persönlich ist auch is'.

00:36:55: Und da muss man halt einfach lernen okay der andere war besser, der andere hat besser gepasst.

00:37:00: Es geht weiter Krone richten, das nächste Projekt kommt So in die Richtung.

00:37:06: Ja, da muss man einfach... damit muss man lernen mit dieser Zurückweisung, dass man lernen umzugehen.

00:37:11: also ich glaube wenn man jetzt normal in einem Job arbeitet und zum Beispiel angestellt ist dann machst du halt deine Arbeit das geht mal rauf mal runter aber du machst eine Arbeit halt im Synchronen hast Du halt sehr viele Momente wo Du quasi getestet wirst.

00:37:26: Und ja!

00:37:29: Wenn Du versagst es tut schon sehr weh Das muss man halt lernen.

00:37:33: Also einmal besser zu werden und lernen eben sich nicht so sehr zu Herzen zu nehmen.

00:37:40: Aus passiertem Lernen, das ist es glaube ich.

00:37:43: Ja?

00:37:44: Genau!

00:37:46: Das bei uns Autoren dahin gehen vielleicht so ähnlich.

00:37:49: was Rezension angeht.

00:37:51: Du kannst wundervt super Rezention bekommen oder kommt eine die nicht so gut ist und die merkst du dir.

00:37:57: Ja klar, die brich dir das nicht.

00:37:59: Klar!

00:38:04: Also ich habe auch diesen Unterschied gemerkt, als ich damals zugucken durfte bei diesem Aufnahmen für das Hörspiel.

00:38:11: Da waren ja unter anderem richtige Schauspieler besetzt und eben jetzt wie du professionelle SYNCHRON-Sprecher oder Hörsspielsprecher.

00:38:21: Und ich fand wirklich auch, dass man zu beobachten ... Wie du schon sagst die Schauspielen waren da so richtig körperlich dabei!

00:38:29: Und mit Gesten und du hast gemerkt, sie versetzen sich da jetzt rein.

00:38:33: Und versuchen dann diese Rolle eben das auszufüllen.

00:38:37: Und jetzt mal als Beispiel Du kannst dem wirklich gerade dastehen und kannst da diesen Schrei loslassen ohne dass du dafür ja dein Körper eben mit ein einsetzen musst.

00:38:46: Das ist wirklich ein Handwerk nur anhand mit deiner Stimme dieser Emotionen zu transportieren.

00:38:53: also

00:38:54: ich würde uns auch die Also der Körper, wir können ja unsere Arme umso und unseren Oberkörper können wir bewegen.

00:39:02: Beine jetzt nicht!

00:39:04: Aber natürlich musst du halt lernen das im Idealfall nur mit der Stimme auszudrücken.

00:39:09: Ja also du hast es in deutlich weniger gemacht und trotzdem diese Emotionen transportiert war wirklich Wahnsinn.

00:39:17: Cool Hast Du schon mal drüber nachgedacht?

00:39:20: Jetzt so Deine Erfahrung, dein Können weiterzugeben vielleicht eben an Menschen, die das lernen wollen?

00:39:29: Ja also in gewisser Weise mache ich das.

00:39:33: Ich bin hier und da gebe ich mal Workshops oder bin als Dozent mal hier und dar tätig.

00:39:40: Das ist jetzt nicht so oft der Fall.

00:39:42: Das überlasse ich dann doch gerne auch anderen und konzentriere mich größtenteils eben auf meine Arbeit im Studio.

00:39:50: Es

00:39:50: mangelt oder es harbert wahrscheinlich schon allein daran dass sich gar nicht die Zeit immer hätte nebenbei irgendwie eine Schule aufzubauen, auch ehrlich gesagt nicht will.

00:40:01: Also mich erfüllt meine Arbeit und es ist super schön aber wenn ich jetzt nebenbei, wenn ich nicht im Studio bin, auch noch das mache dann mach' ich irgendwie gar nichts anderes mehr als den Grundsprecher zu sein oder zu arbeiten.

00:40:15: also... Ich hab's schon auch gerne hier und da mal Freizeit

00:40:18: Okay.

00:40:19: Was machst du denn in deiner Freizeit so?

00:40:21: Ganz drunter was beraten

00:40:22: oder... Schlafen, nein!

00:40:24: Einfach genießen mit Freunden rausgehen, Motorrad fahren und sowas.

00:40:28: Weiß ich nicht.

00:40:28: Was man halt so macht

00:40:30: ist einfach

00:40:30: abschalten.

00:40:33: Du lebst ja momentan mehr in Berlin aber du bist dann auch gerne mal wieder Richtung München oder in deine Freizeite

00:40:39: nach Hause.

00:40:39: Genau.

00:40:39: Ich bin

00:40:40: sowieso immer viel unterwegs und ich verbringe immer eine gewisse Zeit in München.

00:40:44: Bin aber den Großteil in Berlin das stimmt

00:40:46: Ja Okay.

00:40:48: Ach, schön!

00:40:51: Ich sag mal so dieses Synchronsprechen... Da bist du ja auch mit vielen anderen Synchronensprecherinnen und Synchroentsprecherin befreudend.

00:40:58: zu über die Zeit wenn man sich da kennenlernt.

00:41:01: Da künft man ja schon Kontakte wo Freundschaften draus werden, ne?

00:41:05: Ja.

00:41:06: Unterstützt ihr euch da manchmal auch dahingehend das ihr euch vielleicht bei neuen Rollen mal somit ins Spiel bringt.

00:41:14: also wenn einer zum Beispiel eine Rolle ergattet hat dass er sagt Ey, ich kenne da einen Max oder umgedreht.

00:41:18: Du hast eine Rolle und sagst für diese Rolle?

00:41:20: Wenn ja dann noch jemand sucht dich hätte da jemanden oder so.

00:41:22: naja also Man unterstützt sich ja sowieso immer irgendwie so gut es geht Wir sind ist eigentlich.

00:41:31: Ich würde mal sagen dass die Synchronbranche ist eigentlich eher so familiär.

00:41:35: So fühlt sich an wie ne ganz ganz große Familie.

00:41:40: Wenn irgendwo überlegt wird, wen könnten wir auf der Figur XY besetzen und das passt, dann sage ich natürlich ja wie wäre es denn mit dem und dem?

00:41:49: Macht man sich schon Gedanken.

00:41:51: Und auch wenn ich jetzt zum Beispiel in der Regie bin und ich sehe okay da ist eine Figur, da könnt ihr irgendwie mein bester Kumpel aus dem Synchronen gut drauf passen, so dann schlage ich den natürlich auch vor.

00:41:59: Wäre ja auch blöd wenn nicht!

00:42:01: Aber ich versuche schon jetzt nicht nur fettern Wirtschafts-, sondern... so zu besetzen, dass das halt passt einfach.

00:42:15: Wie sieht denn jetzt bei euch mal so ein normaler Arbeitsalltag aus?

00:42:19: Gerade als wir uns auch hier vorab redet haben hast du ja zum Beispiel auch gesagt ich kann dir erst am vortagende Zeit sagen.

00:42:25: Ist es nicht so, dass du jetzt schon weißt in zwei Wochen muss sich an den und den Tagen in dem und dem Zeitraum arbeiten sondern es wird manchmal noch relativ spontan entschieden sozusagen

00:42:36: immer Ich weiß um siebzehn oder dreißig, achtzehn Uhr.

00:42:39: weiß ich wie mein nächster Tag aussieht.

00:42:42: Oh!

00:42:42: Deswegen konnte ich dir auch keine Zeit nennen.

00:42:46: Also du musst ja schon sehr flexibel sein.

00:42:48: Deswegen

00:42:49: sage ich ja die Zeit, die Flexibilität und dass du dir die Zeit für den Beruf auch nimmst das musst du halt irgendwie mitbringen.

00:42:57: deswegen ist nicht so viel Zeit jetzt unter der Woche.

00:42:59: wenn du sagst ich möchte regulär arbeiten meine Arbeitswoche ist Montag bis Freitag da will ich arbeiten Dann versuchst du dir das halt auch frei zu halten für die Arbeit.

00:43:07: Und dann feierst du halt am Vorabend, wo du am nächsten Tag hin musst.

00:43:12: Verrückt!

00:43:13: Also wenn du auch mal eine Einladung zum Geburtstag hast kannst du immer nur sagen... Mal sehen?

00:43:17: Ich versuche zu kommen aber ich kann es noch nicht zusagen.

00:43:20: Im Idealfall sind die da der Wochenende.

00:43:23: Nein, aber ich meine natürlich letzten Endes bin wie gesagt selbstständig.

00:43:26: Ich kann auch sagen ne, ich arbeite jetzt nicht und mache jetzt ein Jahr gar nichts.

00:43:29: Kann ich auch machen wäre jetzt nicht so klug?

00:43:32: Man versucht schon der Arbeit irgendwie den Vorrang zu geben, man kann sich hier und da mal Sperrzeiten eintragen.

00:43:37: Das ist klar das geht schon aber ich versuche so flexibel wie möglich zu bleiben.

00:43:47: Könntest du noch benennen was vielleicht so außerdem jetzt dass man eben sehr flexibel sein muss?

00:43:52: Vielleicht noch eine Schattenseite von deinem Beruf ist also die Schatten- seite ist übertrieben.

00:43:57: ob du weißt nicht über sie.

00:43:58: schmeine

00:44:00: Schwierig, schwierig.

00:44:02: Eigentlich gibt es für mich keine Schattenseite.

00:44:04: Es gibt vielleicht den Aspekt dass viele glauben das Synchronsprechen einfach nur reden ist.

00:44:11: also wie oft hört man das?

00:44:13: Ja das könnte ich auch in so einem Studio stellen und dann lese ich da die Texte ab.

00:44:16: Ich glaube vielen fehlt das Verständnis dafür wie dieser Beruf funktioniert und was man für diesen Beruf können muss.

00:44:24: Das ist vielleicht manchmal ein bisschen ärgerlich das zu hören weil dieser Beruf ja wie gesagt halt so in Anführungszeichen verhammlost wird.

00:44:35: Ich weiß nicht, ob das richtige Wort ist aber halt so auf die leichte Schulter genommen wird gar nicht verstanden wird dass da wirklich eine handwerkliche Kunst dahinter steckt.

00:44:44: und sagen wir so Handwerk und Kunst.

00:44:50: Ja vielleicht vielleicht dass man dass man Wie gesagt man gibt ja irgendwie jeden tag sein bestes und versucht versucht den Figuren so gut es geht Leben eins zu hauchen damit der Zuschauer Zuhause sich auch mit den Figuren identifizieren kann, dass man mit ihnen mitfühlen kann.

00:45:04: Man gibt jeden Tag seinen Bestes und das größte Lob, das wir im Synchro die größte Ehre, die uns zuteil wird ist wenn wir nichts nie wieder was zu dem Projekt hören.

00:45:15: Dann haben wir unseren Job gut gemacht, wenn es sich keiner beschwert, wenn keinem aufgefallen ist, dass der Schauspieler gar nicht Deutsch spricht.

00:45:22: Das ist vielleicht manchmal ein bisschen frustrierend Weil man eben sehr wenig Feedback hat.

00:45:26: Das ist dann auf den Messen, auf Conventions etwas anderes.

00:45:28: da ist es dann schön wenn man mit Leuten in Kontakt kommt denen das total viel bedeutet hat wie man eine Figur angelegt hat und sie gesprochen hat.

00:45:37: Ansonsten finde ich gibt's jetzt keine Schattenseiten.

00:45:41: so.

00:45:42: Ich liebe diesen Beruf über alles.

00:45:43: Ich mach den wahnsinnig gern.

00:45:45: Und ich würde ihn auch für nichts der Welt irgendwie tauschen wollen oder irgendwie verlieren wollen.

00:45:49: Das merkt man auch

00:45:51: Deswegen... Nö!

00:45:53: Ich mache das gerne was ich mach.

00:45:56: Ist es dann so, wenn du jetzt zum Beispiel eine sehr emotionale Szene hast?

00:46:00: Wo z.B.

00:46:00: jetzt geweint wird oder so... imitierst du das dann mit deiner Stimme nahe?

00:46:04: oder kann das wirklich passieren dass dir dann die Tränen kommen?

00:46:07: Kommt drauf an!

00:46:09: Im Idealfall ist es ne Kombination aus Technik und realem Gefühl.

00:46:15: Und wenn das ganz besonders gut gespielt ist, wenn mich das wahnsinnig ergreift auch Wenn es irgendwie bei mir einen Nerv trifft Dann kommt dadurch auch echte Träne klar.

00:46:26: Ja.

00:46:27: Mal so, mal so!

00:46:29: Also ich kann jegliche Emotionen über Technik lösen.

00:46:33: also... Ich muss nicht wirklich lachen oder was lustig finden um lachen zu können.

00:46:38: Muss nicht wirklich weinen um es so klingen zu lassen als würde ich weinen aber ist natürlich schön wenn du selber auch noch fühlst dann das letzte Prozent noch dabei

00:46:51: Gerade bei dem Anime, wenn du da immer so viel schreien musst und die ganzen Kämpfe.

00:46:56: Also ich glaube, da kannst du dir an den Tags Fitnessstudio sparen oder?

00:47:01: Allerdings!

00:47:03: Da hast du Spaß.

00:47:06: Ich stell mir das wirklich anstrengend vor...

00:47:08: Ja aber diese Anstrengung verfliegt.

00:47:10: also ich finde der Beruf ist anstreggend aber ich bekomme diese Ansträngungen nicht mit weil man ebenso im Moment Gerade wenn das Projekt ein tolles Projekt ist, wo man auch mitfiebert.

00:47:20: Wo man bei den Charakteren mitleidet sich mit Freut oder was auch immer die auf ihrem Weg begleitet dann ist es wie vom Gefühl her als würde man interaktiven Film gucken.

00:47:31: also du lebst erlebst durch leidest Die die Szenen mit den Figuren mit und darfst einfach selber daran teil haben.

00:47:40: so Das sehe ich da nicht als Arbeit auch wenn's anstrengend ist.

00:47:44: aber es macht Spaß

00:47:47: Wenn du so jungen Menschen, die gerne Synchronsprecher oder Synchro-Sprecherin werden möchten einen Rat geben könntest.

00:47:55: Oder so ein Tipp mit auf den Weg geben könntet zu diesem Beruf.

00:47:59: Zu diesem Beruf?

00:48:00: Was wäre

00:48:02: das?

00:48:03: Ja!

00:48:05: Lernt euer Handwerk, lernt die Basics.

00:48:07: Viele stellen sich das vor.

00:48:08: wie gesagt, geh ich da hin ins Studio und dann lese ich da die Texte ab und seien es toll.

00:48:16: Versucht, wenn ihr einsteigen wollt in den Beruf.

00:48:18: Versucht alles im Vorfeld zu machen was irgendwie zu machen geht.

00:48:23: wie gesagt versucht eine Gesangsausbildung Theater Erfahrung Schauspielerfahrung zumindest Schauspiel Ausbildung Workshops Alles Was Irgendwie Geht Damit man Den beruf des Schausspielers versteht Im Idealfall auch Beherrscht.

00:48:43: Und Dann Ja Dann Langen Atem Haben.

00:48:47: Der Beruf ist hart umkämpft, viele wollen rein.

00:48:50: Die wenigsten schaffen es.

00:48:52: Weil wir einfach so einen Zeitdruck haben und Leistungsdruck auch.

00:48:54: Wir müssen funktionieren sehr schnell umsetzen können.

00:48:57: Das können halt viele nicht sofort am Anfang Und da muss man halt die Geduld und den langen Atem haben sich dadurch zu beißen.

00:49:06: Also

00:49:06: nicht aufgeben Ja und sich nicht entmutigen lassen wenn mal was nicht so läuft.

00:49:12: Jeder hat schlechte Tage

00:49:14: Schön gesagt.

00:49:16: Am Ball bleiben,

00:49:17: ne?

00:49:18: Genau!

00:49:18: Und Hörbücher, wie gesagt liegst du ja auch, komm' auch immer wieder Anfragen bei dir rein.

00:49:23: Aber wie du schon sagst, du bist eben gesetzt, ne.

00:49:26: Du hast da jetzt deinen Standbein darin und das macht es natürlich auch leicht wenn du dir da schon einen Name gemacht hast und Max Felder ist ja nun in der Branche für alle ein Begriff...

00:49:37: Ich hoff's.

00:49:38: Ja.

00:49:40: Ist so.

00:49:42: Weil du gerade noch gesagt hast, vielleicht um Gesang auch ausbilden.

00:49:45: Als du damals diese Rolle von Tatsan hattest, musstest du das selbst auch singen?

00:49:49: Warst du das?

00:49:50: Nee der hat ja nicht gesungen!

00:49:52: Also gesungen mit.

00:49:53: der ganze Soundtrack war von Phil Collins und er hat alles gesungen.

00:49:57: wir haben jetzt nichts singen müssen.

00:50:00: Okay weil du hast da sonst viel in diesen Disney Filmen mehr dass da immer viel gesungen wird.

00:50:05: Genau ich habe schon für Disney gesungen.

00:50:08: so ist es nicht.

00:50:10: Du kannst singen.

00:50:12: Also ich hab, bevor ich mit Schauspielerei angefangen habe, hab ich professionell gesungen.

00:50:16: Ach

00:50:17: cool!

00:50:18: Aber... aber das ist lange, lange her.

00:50:22: Ich singen noch gerne für Disney, für eine Hauptfigur, für ein Titel-Lied, für den Titelsong reicht's nicht mehr?

00:50:29: Aber ähm... ja, es gibt auch andere Disney-Serien.

00:50:35: Zum Beispiel bei Toy Story III oder allgemein bei Toy story hab' ich den Andy gesprochen und dann kam irgendwann Disney on Ice.

00:50:42: Da sind immer wieder verschiedenste Disney-Figuren aufgetaucht und haben Lieder gesungen.

00:50:46: Unter anderem halt auch Andy mit You've Got A Friend And Me, so den habe ich dann zum Beispiel gesungen... Ja

00:50:51: da muss ich reinhören!

00:50:52: Kannst du machen?

00:50:55: Und ja hier und da mal für Produktionen auch im Studio und dann singe ich auch mal.

00:51:02: Ja als Assessiste also in Grundsprechung muss man bestenfalls auch singen können

00:51:06: Musst du nicht, aber es ist natürlich

00:51:07: schön.

00:51:10: Ich finde zum Beispiel wenn ich jetzt eine Figurspreche und die singt dann möchte ich's auch selber im Idealfall singen.

00:51:16: Es sei denn das ist eben so anspruchsvoll dass sich sagt okay das übersteigt meine Kompetenz.

00:51:19: lasst da bitte einen Profi ran Aber ich möcht auf jeden Fall probieren Und dann find' ichs halt schön wenn alles aus einer Feder aus einem Guss ist Und du nicht sagst ok Sprache und dann hörst du beim Gesang Ah!

00:51:29: Da ist aber wer anders.

00:51:30: Ja ja

00:51:33: Aber also du musst nicht unbedingt singen können, um in dem Beruf zu funktionieren.

00:51:37: Um hierzu existieren zu können.

00:51:39: aber es ist natürlich ein schöner Bonus.

00:51:43: Ja sind Pluspunkte!

00:51:44: Genau

00:51:46: so.

00:51:47: als Abschlussfrage nochmal mit eine ganzen Erfahrungen die du jetzt bisher so in deinem Leben gemacht hast egal ob jetzt privat oder beruflich.

00:51:57: welche Erfahrung oder welches Erlebnis und auch welche Begegnung hat dich am meisten geprägt?

00:52:01: Kannst du das sagen?

00:52:04: Nein.

00:52:07: Ich glaube, dass es einfach die Menge der Begegnungen, die Summe der Erfahrungen die man sammelt, die dann irgendwann zu einem großen Ganzen werden.

00:52:17: Aber ich kann jetzt nicht sagen... Das hat mich ganz extrem weiter gebracht!

00:52:22: Es sind viele kleine Bausteine, die zusammenkommen und irgendwann dann das fertige Gebilde ergeben.

00:52:30: Also eigentlich zusammengefasst durchhalten und nicht aufgeben, was du vorhin schon traubt bist.

00:52:34: Genau, hungrig sein nach Wissen oder Lust haben sich zu verbessern an sich arbeiten versuchen weiterzukommen fleißig sein An sich selber glauben Und zuhören was die anderen sagen die besser sind als man selber.

00:52:51: Das ist doch mal ein Generat.

00:52:56: Ach Mensch, ich danke dir so sehr, dass du dir heute die Zeit genommen hast und es bei mir zu Gast warst.

00:53:00: Es war mir ein Fest!

00:53:02: Hab mich wirklich so gefreut... Ja, und ich hoffe wir sehen uns auch bald mal live wieder.

00:53:08: Wir zwei,

00:53:09: ne?

00:53:10: Vielen Dank!

00:53:11: Na sehr gerne!

00:53:14: Ihr Lieben, habt ihr Wünsche wenig zur Heldmomente einladen soll?

00:53:18: Dann schreibt mir gerne unter podcast.heldmomenteejimal.com oder hinterlasst mir bei Instagram eine Nachricht.

00:53:26: Ich freue mich riesig, wenn ihr euch die Zeit nehmt um Heldenmomente in eure Podcast-App kurz zu bewerten und natürlich wäre ich auch sehr für eure Unterstützung dankbar indem ihr diesen Podcast weiter empfehlt.

00:53:38: bis dahin habt eine schöne Zeit euren Nika!

00:53:51: Das war Helden Momente der Interview & Talk

00:53:55: Podcast

00:53:56: mit Nikas Stevens und ihren Gästen produziert

00:54:00: durch das Hörspielstudio

00:54:01: Kreuzberg.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.